SPIELART – internationale Theaterproduktionen in München

Im „Mission Statement“ des internationalen Theaterfestivals in München heißt es: „Dabei geht es immer auch darum, das Theater selbst als Kunstform zu hinterfragen, von seinen Randbereichen her ständig neu zu erforschen oder zu begründen. Die Verankerung im kulturellen Leben der Stadt und der Dialog mit ihren künstlerischen und institutionellen Kräften gehört ebenfalls zu den wichtigen Akzenten der Festivalplattform.“

Das Festival verbindet also ungewöhnliche, forschende Ausdrucksformen internationaler Theaterkünstler*innen mit seinem Publikum in Deutschlands drittgrößter Metropole München. Die Künstlerteams werden im November dieses Jahres aus China, Südafrika, Argentinien, Malaysia, Korea, den Philippinen, Belgien, Schottland, den USA, dem Libanon, Kenia und vielen anderen Ländern kommen. Weit über einen ebenfalls international zu nennenden europäischen Rahmen hinaus ist die Auswahl der Produktionen wahrhaft interkontinental.

Die Übersetzungen der Programmbeschreibungen ins Englische stammen von Bochert Translations.

Theater in vielen Formen

In diesem Jahr gastiert das Festival Theaterformen in Hannover. Vom 20.-30.06.2019 zeigen internationale Künstler ihre Produktionen im Schauspielhaus, an anderen Orten und in der Stadt Hannover selbst. Ein Schwerpunkt liegt diesmal auf Mitwirkung der Bürger*innen.

Die englischsprachige Fassung des Programmheftes und von Inhalten der Internetseite hat Bochert Translations erstellt.

Geburtsurkunden erzählen

Nicht nur haben Geburtsurkunden in unterschiedlichen Ländern die unterschiedlichsten, gelegentlich absurden Erscheinungsformen; hinter jeder Urkunde steht auch ein Mensch und seine Geschichte.

Inhaltlich steht auf allen weitgehend dasselbe: Angaben zu Name, Geburtsdatum und -ort des Kindes, zu den Namen der Eltern, gelegentlich die Berufe und/oder Wohnanschriften. Die Namen und Echtheitsbestätigungen der Standesbeamtinnen und -beamten werden mit dem Stempel der Behörde gesegnet.

Die deutsche Geburtsurkunde ist schwarzweiß und unscheinbar, geradezu unangemessen unscheinbar für eines der wichtigsten Dokumente, die man hat, besonders, wenn man sie nicht hat. Die britischen sind meistens tabellarische Dokumente, rote Tabellen gedruckt auf eierschalfarbenes, stark holzhaltiges, weiches Papier im DIN5-Format, ausgefüllt mit der schönen Handschrift von Standesbeamten oder Standesbeamtinnen, oder per Schreibmaschine. Ihre Warnhinweise zur Echtheit und Fälschung nehmen sich geradezu bieder aus.

Die kenianischen Urkunden sind entweder den britischen nachempfunden, schon der Kolonialgeschichte halber, oder sie sind unhandliche, unsinnig breite Tabellendokumente.

Geburtsdokumente aus Indien sind so unterschiedlich wie der Subkontinent divers ist: einfache, halb getippte, halb handschriftliche Formulare, zweisprachige Abschriften aus dem Geburtenregister, vielfarbige, reichlich gestempelte Urkunden. Heiratsurkunden tragen übrigens charmanterweise häufig Bilder der Vermählten.

In Australien trifft man auf roséfarbene, säuberliche Tabellen im ungefähren A4-Format auf Schmuckpapier. Und die kanadischen sind eigentlich schon mehr Folie als Papier, Hochsicherheitsunterlagen mit reichlich Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen, Hologrammen, Transparenzeffekten etc.

Menschen mit syrischen Dokumenten suchen meist Asyl, Arbeit, Frieden und Sicherheit und lassen zugleich Ihre Ausbildungszeugnisse und -diplome übersetzen, Nachweise ihrer hohen beruflichen Qualifikation. Die meisten Urkunden erreichen uns jedoch derzeit aus dem Vereinigten Königreich. Gefragt nach dem Grund, wird immer häufiger der Wunsch nach Einbürgerung aufgrund der Brexit-Entwicklungen genannt. Die Briten möchten Europäer bleiben und sind sogar bereit, den Aufwand einer anderen Staatsbürgerschaft innerhalb der EU auf sich zu nehmen, um weiterhin die Vorteile der Union genießen zu können.

Schengen und seine Herausforderungen für künstlerische Zusammenarbeiten

IT Jahrbuch 2018

Soeben ist das Jahrbuch 2018 des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts herausgekommen. Der Titel: Zusammen_wirken.

Unter anderen hat darin auch Jan van Lathem in seinem ausführlichen Aufsatz die Implikationen des Schengener Abkommens für künstlerische Zusammenarbeiten über die EU-Grenzen hinaus dargelegt. Was ist zu beachten bei solchen Zusammenarbeiten, welche Visumsbestimmungen sind aktuell in Kraft, welche Auflagen gelten für ein- und herumreisende Künstler*innen? Und wo gibt es Beratung?

Eine digitale Version steht jedermann im Internet zur Verfügung.

Die deutsche Übersetzung des Artikels stammt von Bochert Translations.

Postkoloniale Verstrickungen

Der Reader zum Festival 2018

In der Einführung zur Handreichung des Festivals Theaterformen 2018 mit dem Titel POSTKOLONIALE VERSTRICKUNGEN schreibt Festivalleiterin Martine Dennewald: „Die vorliegende Dokumentation ist als Dank an alle Beteiligten zu verstehen (…)“.

Übersetzungen für den Blog, die Website, das Programmheft des Festivals in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Mazedonisch und auch für diesen Reader stammen von Bochert Translations.

Trauminseln – Mit dem Fahrrad auf …

Wie fährt man Fahrrad auf Island? Stört auf Irland nicht der Regen? Ist es auf Kreta nicht zu heiß dafür?

Für ARTE hat unser Kunde mehrere Dokumentationen von Fahrradfahrern auf Europas schönsten Inseln wie Irland, Island, Kreta, Korsika und Sardinien gedreht. In urigen irischen Garküchen, beim ausgewanderten irischen Bierbrauer auf Sardinien, auf dem bergigen Kreta lernen wir Menschen kennen, für die Fahrradfahren ein Lebensgefühl ist.

Sprach(mittlungs)arbeiten wie Schnittberatung im Studio oder Transkriptionen der O-Töne hat Bochert Translations vorgenommen.

Worte wandern und ändern ihre Bedeutung

Unter der Rubrik „Englisch kann jeder“ möchten wir heute folgende Überlegungen erläutern:

Die New York Times berichtet heute in ihrer Online-Ausgabe, dass und wie ein vulgärer Ausdruck der englischen Sprache seit Jahren im deutschen Sprachgebrauch kursiert und dort aber seiner Vulgarität entkleidet ist. Ausgerechnet Frau Merkel, immerhin Deutschlands Kanzlerin, verwendete das Wort „shitstorm“, im Deutschen Shitstorm, als sie vor eine anekdotische Begebenheit zum Besten gab. Die englischsprachige Zuhörerschaft war befremdet.

Der Vorfall zeigt, dass Fremdwörter, die den Kontext ihrer eigenen Sprache verlassen, nicht nur ihre Bedeutung leicht oder deutlich verschieben (können), sondern auch im Register schwanken. Im Deutschen beschreibt das Wort, seit 2013 dudenkanonisiert, eine Welle aufgeregter oder empörter Reaktionen im Internet. Im Englischen ist das besagte Wort nicht auf den digitalen Zusammenhang beschränkt und außerdem, dank des Fäkalverweises, ein gewisses Tabu in unangemessenen Zusammenhängen, zum Beispiel öffentlichen oder gar formellen Veranstaltungen.

Wenn deutsche Muttersprachler das vermeintlich harmlose Fremdwort vor einer englischsprachigen Zuhörerschaft verwenden, tragen sie es in seinen ursprünglichen Kontext zurück, in dem es – für die Sprecherin unbemerkt – andere Bedeutungsebenen anspricht und Reaktionen hervorruft.

Diese subtilen Verschiebungen im selben Wort sind schwer zu bemerken und noch schwieriger zu vermitteln. Es bedarf also professioneller Kenntnisse, auch um peinliche Situationen zu vermeiden.

Tender Provocations

Foto: J & J

Das Festival Politik im Freien Theater gibt es bereits seit zehn Jahren. Finanziert von der Bundeszentrale für politische Bildung, fand es unter dem Motto „Reich“ in diesem Jahr in München statt. Eingeladen war unter anderem die ungewöhnliche Produktion von James Leadbitter (the vacuum cleaner) und Jessica Huber TENDER PROVOCATIONS OF HOPE AND FEAR, in der die beiden Künstler*innen wiederum mit behinderten Künstler*innen und Aktivist*innen zusammenarbeiteten.

Auf der Website des Festivals heißt es dazu:

In München zeigen J & J „Tender Provocations of Hope and Fear”, eines von drei Formaten aus ihrem Langzeitprojekt „The art of a culture of hope“. Ein Abend des Teilhabens, mit Performances und Präsentationen um Erfahrungen von Angst und Hoffnung.
J & J haben dafür die behinderten Künstler/innen und Aktivist/innen Katherine Araniello, Noemi Lakmaier, Hana Madness, Kim Noble und den the vacuum cleaner eingeladen, um über ihre persönlichen Erfahrungen von Diskriminierung und Exklusion zu berichten, und über ihre Versuche, neue Welten, Ästhetiken und Möglichkeiten der Teilhabe zu schaffen.

Die zahlreichen Übersetzungen für Übertitel, Inhaltsangaben und Informationen stammen von Bochert Translations und Sprachspiel.

YOUR VERY OWN DOUBLE CRISIS CLUB in Konstanz

Nach Berlin und Luxemburg wird Sivan Ben Yishais „übersetztes Klagelied“ nun im Theater Konstanz in einer kraftvollen, furiosen Inszenierung von Nicola Bremer gezeigt.

Mittlerweile hat Sivan die Tetralogie LET THE BLOD COME OUT TO SHOW THEM, die mit diesem Text beginnt, fertiggestellt. Die folgenden Teile DIE GESCHICHTE VOM LEBEN UND STERBEN DEN NEUEN JUPPI JA JEY JUDEN und PAPA LIEBT DICH wurden bereits am Maxim-Gorki-Theater Berlin aufgeführt, der letzte Teil ODER: DU VERDIENST DEINEN KRIEG (EIGHT SOLDIERS MOONSICK) hat dort am 26.10.2018 Premiere.

Weitere Informationen unter Theater Konstanz.

Blogger bei Theaterformen

Das internationale Theaterfestival Theaterformen betreibt seit letztem jahr einen Blog, auf dem eine eigene Redaktion von Bloggern das Festival inhaltlich und durchaus kritisch begleiten. Die Beiträge werden z. B. auf Deutsch, Arabisch oder Französisch verfasst.

Die Übersetzungen in diese und aus diesen Sprachen liefert Bochert Translations.