Mentor beim BDÜ

Das Mentor*innenprogramm des BDÜ, des Bundesverbands der Dolmetscher*innen und Übersetzer*innen, geht mittlerweile ins dritte Jahr. Nach 25 Berufsjahren ist es höchste Zeit, das Wissen weiterzugeben und nachfolgenden Berufseinsteiger*innen die Anfänge nach Kräften zu erleichtern, damit sie nicht dieselben Fehler wieder machen müssen oder zumindest die Chance haben, eigene Fehler zu machen.

Das Programm umfasst sechs Mentees und sechs Mentor*innen. Jeweils ein Dritteljahr lang stehen zwei aus jeder Gruppe im Austausch, ehe sich die Paare neu bestimmt werden, bis nach zwei Jahren alle sich mit allen ausgetauscht haben. Darüber hinaus trifft sich die gesamte Gruppe alle vier Monate, und die Mentor*innen erhalten einmal im Jahr ein Seminar.

Inhaltlich geht es um alles von Ressourcen bis zur notorischen Tarif-/Preisfrage. Berufsversicherungen, Arbeitsplatz, Berufsethos – es wird einfach alles besprochen, was in irgendeiner Weise von Belang ist. Schon bei den ersten Gesprächen wird deutlich: der Lerneffekt ist keine Einbahnstraße, und auch alte Hasen lernen von Anfängern so manchen geschickten Sprung.

In Arbeit: OTHER THAN WE

Ich habe das Vergnügen und die Ehre, Karen Malpedes neues Stück OTHER THAN WE zu übersetzen. Das Stück hatte Ende November 2020 im New Yorker LaMama Premiere.

DAS STÜCK:
Die Geburtshelferin Michelle und die Neurowissenschaftlerin Eve leben als Privilegierte unter der „Kuppel“, dem einzigen Ort auf der ansonsten nach „der Flut“ von giftigen Abgasen und Strahlung unbewohnbaren Erde, an dem noch Leben möglich ist, obgleich nur für einige wenige Auserwählte – und unter grauenhaften Bedingungen. Frauen geraten angesichts der gefährdeten Arterhaltung zu Gebärmaschinen. Unwertes Leben wird umgehend zu Nahrung verarbeitet. Zusammen mit Tanaka – der „von fern her“ kommt und nur hereingelassen wurde, um die Strahlungsintensität draußen in seinen Knochen zu messen – entwickeln die Frauen eine Methode, mit der sie pränatal kortikale Verbindungen herstellen, um den Evolutionssprung zu einer höheren Entwicklungsstufe zu ermöglichen, in der „Herz und Verstand“ verbunden und vereint sind. Mit Opa, Eves Großvater, fliehen sie aus der Kuppel und opfern sich selbst, um diese Wesen einer neuen, höheren Art in der mit ihrem Gleichgewicht ringenden Natur auszutragen und so buchstäblich die Zukunft zu sichern.

DIE AUTORIN:
Seit Jahrzehnten und nach 19 Theaterstücken ist die US-amerikanische, ökofeministische Autorin Karen Malpede eine namhafte Größe im amerikanischen Theater. 1995 gründete sie mit ihrem Mann, dem Schauspieler George Bartenieff, die Theater Three Collaborative (1995), um Stücke produzieren können, die aufgrund ihrer Thematik der sozialen Gerechtigkeit sonst nicht und nirgends produziert würden. Ihr letztes Stück Extreme Whether zum Beispiel zeigt, wie Wissenschaftler*innen darum kämpfen, die Wahrheit über den Klimawechsel angesichts des Widerstands der Ölindustrie darzustellen, während ihr früheres Stück Another Life sich um das Folterprogramm der USA drehte. In ihrer gesamten Arbeit setzt sie sich künstlerisch, publizistisch und aktivistisch ein für sozialpolitische Aspekte, für Feminismus, für Klima und Umwelt ein und lehrt am John Jay College of Criminal Justice (New York City).

Zittau bewirbt sich um Kulturhauptstadt 2025

Die Bewerbungen um die Kulturhauptstadt 2025 sind raus. Neben den acht Bewerberinnen Nürnberg, Gera, Hannover, Chemnitz, Hildesheim, Dresden, Magdeburg steht das kleine Zittau zunächst überraschend da. Seine Bewerbung als Kulturregion im Dreiländereck und im ostsächsischen Kulturraum hat es jedoch in sich und überzeugt mit einem grenz- und kulturüberschreitenden, wahrhaft europäischen Konzept gegenüber den häufig sowieso kulturell nicht schlecht aufgestellten (Dresden) oder eher unaufregend (Hannover) wirkenden Städten.

Die Bewerbung hatte auf Englisch zu erfolgen, das umfangreiche Bid Book für Zittau übersetzte Bochert Translations.

Geburtsurkunden erzählen

Nicht nur haben Geburtsurkunden in unterschiedlichen Ländern die unterschiedlichsten, gelegentlich absurden Erscheinungsformen; hinter jeder Urkunde steht auch ein Mensch und seine Geschichte.

Inhaltlich steht auf allen weitgehend dasselbe: Angaben zu Name, Geburtsdatum und -ort des Kindes, zu den Namen der Eltern, gelegentlich die Berufe und/oder Wohnanschriften. Die Namen und Echtheitsbestätigungen der Standesbeamtinnen und -beamten werden mit dem Stempel der Behörde gesegnet.

Die deutsche Geburtsurkunde ist schwarzweiß und unscheinbar, geradezu unangemessen unscheinbar für eines der wichtigsten Dokumente, die man hat, besonders, wenn man sie nicht hat. Die britischen sind meistens tabellarische Dokumente, rote Tabellen gedruckt auf eierschalfarbenes, stark holzhaltiges, weiches Papier im DIN5-Format, ausgefüllt mit der schönen Handschrift von Standesbeamten oder Standesbeamtinnen, oder per Schreibmaschine. Ihre Warnhinweise zur Echtheit und Fälschung nehmen sich geradezu bieder aus.

Die kenianischen Urkunden sind entweder den britischen nachempfunden, schon der Kolonialgeschichte halber, oder sie sind unhandliche, unsinnig breite Tabellendokumente.

Geburtsdokumente aus Indien sind so unterschiedlich wie der Subkontinent divers ist: einfache, halb getippte, halb handschriftliche Formulare, zweisprachige Abschriften aus dem Geburtenregister, vielfarbige, reichlich gestempelte Urkunden. Heiratsurkunden tragen übrigens charmanterweise häufig Bilder der Vermählten.

In Australien trifft man auf roséfarbene, säuberliche Tabellen im ungefähren A4-Format auf Schmuckpapier. Und die kanadischen sind eigentlich schon mehr Folie als Papier, Hochsicherheitsunterlagen mit reichlich Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen, Hologrammen, Transparenzeffekten etc.

Menschen mit syrischen Dokumenten suchen meist Asyl, Arbeit, Frieden und Sicherheit und lassen zugleich Ihre Ausbildungszeugnisse und -diplome übersetzen, Nachweise ihrer hohen beruflichen Qualifikation. Die meisten Urkunden erreichen uns jedoch derzeit aus dem Vereinigten Königreich. Gefragt nach dem Grund, wird immer häufiger der Wunsch nach Einbürgerung aufgrund der Brexit-Entwicklungen genannt. Die Briten möchten Europäer bleiben und sind sogar bereit, den Aufwand einer anderen Staatsbürgerschaft innerhalb der EU auf sich zu nehmen, um weiterhin die Vorteile der Union genießen zu können.

Blogger bei Theaterformen

Das internationale Theaterfestival Theaterformen betreibt seit letztem jahr einen Blog, auf dem eine eigene Redaktion von Bloggern das Festival inhaltlich und durchaus kritisch begleiten. Die Beiträge werden z. B. auf Deutsch, Arabisch oder Französisch verfasst.

Die Übersetzungen in diese und aus diesen Sprachen liefert Bochert Translations.

Watch & Write

Das internationale Theaterfestival Theaterformen, in diesem Jahr in Braunschweig, ist für die Berichterstattung über die im Festival präsentierten Produktionen eine Partnerschaft mit dem Theaterportal nachtkritik.de eingegangen. Autor*innen mit unterschiedlichen Arbeitssprachen verfassen Essays, Interviews und Besprechungen zu den Inszenierungen oder den thematischen Zusammenhängen des Festivals.

Die erforderlichen Übersetzungen aus dem Mazedonischen, dem Portugiesischen oder aus dem Deutschen ins Englische liefert Bochert Translations.

E. A. Poes Geisterschloss

Zusammen mit der berühmten Band The Tiger Lillies aus England – Musikspektakel im morbiden Gewand – produziert das Magdeburger Puppentheater Edgar Allan Poes GEISTERSCHLOSS.  Auf der Website des Puppentheaters Magedeburg heißt es:

In einem Spukschloss ringt ein Poet mit seinen inneren Qualen. Er trifft einen teuflischen Raben, der ihm tiefschwarze, Ruhm und Ehre versprechende Tinte gibt. Wie im Wahn beginnt er zu schreiben.

Die Inszenierung in englischer Sprache wird mit deutschen Übertiteln gezeigt. Die deutsche Übersetzung für die Übertitel stammt von Bochert Translations.

Unterschiedliche Theaterformen

Das internationale Festival Theaterformen findet im Wechsel in Braunschweig und in Hannover statt. In diesem Jahr arbeitet das Festival (in Braunschweig) mit den Kinani-Festival in Maputo, Mosambik, sowie mit dem National Arts Festival Grahamstown, Südafrika zusammen. Das Programm findet sich hier.

Die Übersetzungen der Internetinhalte und des Programmheftes ins Englische stammen von Bochert Translations.

Festival Theaterformen – der Blog

Vom 08. bis 18. Juni fand in Hannover das jährliche internationale Theaterfestival THEATERFORMEN statt. Eingeladen sind Produktionen aus Belgien, Südafrika, Slowenien, Schweden, den U.S.A., Mexiko, Frankreich, Italien u. v. m. In diesem Jahr hat die Festivalleitung sich entschieden, neben Magazinen und Materialien auch einen Festivalblog zu betreiben, auf dem Blogger in verschiedenen Sprachen die Festivalbeiträge beschreiben, ankündigen, Interviews führen usw.

Die Übersetzungen für diesen Blog stammen von Bochert Translations.